Leni's Life
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Schlüsselerlebnis

Ich halte mich eigentlich nicht für überdurchschnittlich tollpatschig. Auch kann ich nicht behaupten, vom Pech verfolgt zu werden. Vielleicht habe ich meistens auch einfach mehr Glück als Verstand.. Nur manchmal passieren mir dann doch Sachen bei denen ich mich frage, ob sowas Dummes auch anderen Leuten passiert... Here's the story:

Ich bin abends relativ spät im Lobster Supper essen gewesen und hab mir den Bauch vollgeschlagen mit Muscheln, Salat und natürlich einem Lobster! Was für ein Massaker, haha! Aber unfassbar gut! Gegen halb 11 war ich zurück am Motel und beim Aufschließen der Tür fiel mir mein Autoschlüssel herunter, den ich zusammen mit meinem Mobiltelefon noch in der Hand hatte.. Das an sich ist ja nicht schlimm, passiert mir gerne mal. Dummerweise fiel er aber genau in die verf.. *PIEP* Spalte zwischen Tür und Terrasse! Und da liegt er jetzt auch noch, denn da ist einfach mal kein rankommen. Spalt zu schmal, Terrasse zu hoch, herzlichen Glückwunsch! Ich muss das morgen mal bei Tageslicht begutachten, aber ich befürchte sehr stark, dass die halbe Terrasse auseinander genommen werden muss, um in Reichweite des Schlüssels zu kommen.. *seufz*

Also, ist euch sowas schon jemals passiert oder kennt ihr jemanden? Wenn nicht, könnt ihr jetzt diese Story erzählen, wenn es um besondere Missgeschicke geht... Oder habt ihr was Ähnliches zu bieten? Ich würde mich dann wirklich besser fühlen... Danke! ;-)
10.7.14 05:08


Beautiful Baddeck / Uisage Ban Falls

Mein erster Tag am Bras D'Or Lake fing leider mal wieder reichlich nass an. Also konnte ich mir mit dem Frühstück Zeit lassen und bin dann in aller Ruhe die ca. 10 Kilometer in den Ort gefahren, um mich ein wenig umzusehen. Auf das Alexander Graham Bell Museum hatte ich nicht wirklich Lust, also bin ich relativ zeitig wieder zum Auto, weil ich natürlich auch wieder hiken gehen wollte. Habe mir die Uisage Ban Falls (das ist gälisch für weißes Wasser) rausgesucht. Und es war ein ganz schöner Akt, den Trailhead überhaupt erstmal zu finden. Aber ich hab's schließlich geschafft und während der Wanderung kam sogar die Sonne raus! :-) Der Weg an sich war wenig spektakulär, dafür fehlten einfach die schönen Aussichten, aber der Wasserfall war trotzdem recht imposant..

Streckenlänge 5 km
Dauer 1 h 30 min
Steigung 443 m
Sichtungen ein Streifenhörnchen, mehrere Admiralsfalter, diverse kleine Vögel
Details Sportstracker (Streckenprofil und Fotos)

Danach ging es zurück nach Baddeck und wie schön war es dort plötzlich! Der See tiefblau, darauf unzählige Boote, die Insel mit dem Leuchtturm im Hintergrund. Herrlich! Ich war in einem Souvenirladen und habe heftigst zugeschlagen! CD's von Lennie Gallant und Dave Gunning, Ohrringe und ein Armband, ein Spruch zum Aufhängen und die Cape Breton Basisausstattung - Fähnchen und Pins! ;-) Postkarten hab ich auch endlich gekauft, aber keine Briefmarken.. Wieder höchst clever von mir, haha! Dann hab ich mir noch Eis gegönnt (megalecker!), die Sonne an der Waterfront genossen und ein bisschen lesen... so gefällt mir das!
9.7.14 03:21


Louisbourg Lighthouse Trail

Heute war wieder ein Orts- und Unterkunftswechsel fällig. Nach zwei Nächten in der Nähe von Sydney bin ich jetzt für ein paar Tage in Baddeck. Auf dem Weg dorthin und um den Bras D'Or Lake herum gab es aber noch einen Abstecher nach Louisbourg, wo ich zunächst das Fortress besichtigt habe. Während es abseits der Küste angenehme 26 Grad hatte, konnte man dem Thermometer beim rapiden Abfallen der Temperatur zusehen, je näher man Louisbourg kam. Am Ende waren es keine 14 Grad mehr und es wehte eine äußerst steife Brise. Ich war aber gewarnt und zum Glück entsprechend angezogen...

Fast noch besser als die Verteidigungsanlagen selbst fand ich allerdings den Lighthouse Trail auf der anderen Seite der Bucht. Die Aussichten auf die schroffen Felsen und die mächtigen Wellen des Atlantiks waren beeindruckend! Leider war es nicht nur windig sondern auch zunehmend neblig, weshalb ich mich für die kurze Runde entschieden habe. Will aber unbedingt irgendwann auch mal den kompletten Trail bis Lorraine Head laufen.. möglichst bei Sonnenschein! ;-)

Streckenlänge 2,7 km
Dauer 40 min
Steigung 83 m
Sichtungen sehr viele Möwen und ein paar Gänse
Details Sportstracker (Streckenprofil und Fotos)
8.7.14 05:33


Coxheath Hills Wilderness Trail

Oh, gerade habe ich doch mal kurz dran gedacht, dass heute eigentlich der letzte Tag vom Stanfest gewesen wäre.. Es ist halt einfach doch zu schade, dass daraus nichts geworden ist. Gar nicht mal so sehr wegen Bruce (den gab's ja am Freitag noch mal), aber ich hätte so gerne auch Dave Gunning, Lennie Gallant, Alan Doyle und die vielen anderen Künstler gehört... *seufz*

Naja, stattdessen gab's heute reichlich Natur, ich war nämlich zum ersten Mal hiken. Hatte mir vor meiner Reise extra ein Buch mit Trails auf Cape Breton besorgt und das werd ich in den nächsten Tagen auch oft brauchen..

Los ging es heute mit dem Coxheath Hills Wilderness Trail in der Nähe von Sydney. Der war ganz schön anspruchsvoll, besonders die erste Hälfte hatte es in sich, weil der Pfad schmal und stellenweise feucht war und man immer wieder Wasserläufe und Morast überwinden musste. Dafür hatte ich super Wetter und strahlenden Sonnenschein, während es heute Vormittag noch komplett bedeckt war und jetzt gerade auch wieder regnet... Und die Aussicht oben war toll! Hier mal die Eckdaten, das mach ich bei den anderen dann auch so:

Streckenlänge 8,8 km
Dauer 3 h
Steigung 548 m
Sichtungen mehrere Hörnchen, eine kleine grüne Schlange, diverse Vögel, darunter ein Specht und ein großer Kauz
Details Sportstracker (Streckenprofil und Fotos)
7.7.14 04:08


The Road to Stanfest

So, dann werd' ich jetzt mal noch über ein paar musikalische Aktivitäten berichten, oder? Ich schätze, das könnte den einen oder anderen Leser eventuell interessieren.. ;-) Ihr könnt euch aber wirklich nicht vorstellen, wie unendlich deprimiert ich war, als ich am Donnerstag in Sherbrooke angekommen bin. Nach der niederschmetternden Absage vom Stanfest war mir alles völlig egal und ich konnte mich für nichts begeistern. Weder für mein wundervolles B&B, noch für den echt guten Chai Latte bei Beanie's Bistro und auch nicht für das lebende Museumsdorf Sherbrooke Village, weil das bei dem nieseligen Wetter auch nicht so einladend war...

Es war jedenfalls ein Tag, an dem ich am liebsten nach Hause geflogen wäre! Und ich habe auch arg mit mir gekämpft, ob ich abends überhaupt zu dem Songwriter's Camp Konzert gehen soll.. Das war ja der Grund, nach Sherbrooke zu fahren, weil die Teilnehmer (eine davon meine Flug und Cirle Sitznachbarin) und Instructors (einer davon ein gewisser Bruce Guthro) dort die Ergebnisse des viertägigen "Road to Stanfest" Camps präsentieren sollten. Und deshalb wäre ich auch dumm gewesen nicht zu gehen, oder? ;-)

Und mit dieser Erkenntnis machte ich mich nach einem leckeren Dinner mit Lachs und Salat mit zwei anderen "Auswärtigen" auf den Weg zur Kirche im Sherbrooke Village, wo um 19:30 Uhr das Konzert beginnen sollte. Und was soll ich sagen - es war großartig! Jeder Teilnehmer hat seinen eigenen Beitrag präsentiert und viele davon waren extrem gut! Manche standen tatsächlich zum ersten Mal mit einem eigenen Song auf der Bühne.. das muss man sich auch erstmal trauen! Normalerweise habe einige Talente die Chance, beim Stanfest zu performen. Aber wie wir wissen, wurde daraus dieses Jahr dank Arthur ja nichts... Trotzdem glaube ich, dass die Erfahrung, so ein Camp mitmachen zu können, eigentlich viel mehr wert ist...

Die Instructors waren natürlich ebenfalls vor Ort, aber während Mr. Guthro sich während des Konzerts betont im Hintergrund gehalten hat, machte Nathan Rogers den Pausenclown und hat alles kommentiert. Schräger Vogel, aber witzig! Kim Dunn hat sich vorne um den Sound gekümmert und ich hatte ihn die ganze Zeit im Blick. Nicht das Schlechteste, ist ganz nett anzuschauen der Mann und natürlich auch ein wahnsinnig guter Musiker. Das hat er nach der Pause noch mal bewiesen, als Bruce mit seinem Beitrag an der Reihe war und Kim ihn am Keyboard begleitet hat. Wir bekamen eine sehr intensive Version von "Cross" zu hören und danach ein mitreißendes "Walk this road". Der Mann hat's einfach drauf!

Chuck Brodsky hat dann zu meiner Freude wieder seinen lustigen Facebook Song gesungen und nach drei(!) Stunden kamen alle Teilnehmer auf die Bühne und haben gemeinsam mit Nathan an den Leadvocals "Hallelujah" gesungen. Was für ein krönender Abschluss des Abends! Wobei.. für mich kam das Highlight eigentlich erst hinterher. Denn als wir vier uns gerade vor der Kirche unterhalten haben, kam Bruce vorbei und fragte verwundert, warum wir Englisch reden, wo wir doch aus Deutschland sind. Wäre halt unpraktisch für die Schottin und die Dänin in der Runde gewesen, das hat er dann auch eingesehen... *lach* Er fragte dann noch so, ob wir sehr enttäuscht wegen Stanfest seien (ach, wieso denn? ich war bloß am Boden zerstört, nicht der Rede wert...) und hat uns dann aber erzählt, dass die Instructors ihren Support zeigen und trotzdem nach Canso fahren wollen, um dort zu spielen. Und das außerdem für Samstag was in Sydney geplant sei. That made my day! Und so endete der nicht so schöne Tag doch noch ausgesprochen versöhnlich. Danke, Bruce! :-)
6.7.14 16:33


Side Notes from Nova Scotia

  • mein Akzent wird fast immer auf Anhieb als Deutsch identifiziert (Mist!)
  • Lobster ist göttlich, könnt ich jeden Tag haben!
  • Bruce habe ich bisher kein einziges Mal im Radio gehört, trotz stundenlanger Fahrten im Auto
  • dafür werden Todesanzeigen im Radio durchgegeben
  • die Nebenstraßen sind zum Teil seeehr holprig und löchrig
  • dafür sind die Leute wahnsinnig freundlich und grüßen auch aus dem Auto heraus
  • Wilde Tiere habe ich bisher praktisch nur tot am Straßenrand gesehen, das eine Reh in Sherbrooke Village zählt nicht, weil fast zahm
6.7.14 07:35


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